Das Wichtigste in Kürze
Leichte Touren am Schmitten heißen: mit der Bahn hinauf, oben auf 1.350 bis 1.965 m gehen, breite Wege, wenig Aufstieg – aber oft viele Höhenmeter bergab. Die Gipfelrunde (1,5 km, 30–45 Min.) und die Almenrunde an der Sonnenalm sind familientauglich, teils sogar mit Kinderwagen; alles mit mehr als 300 Höhenmetern Abstieg besser der Bahn überlassen.
Leichte Wanderungen am Schmitten-Plateau heißen: Auffahrt mit der Bahn, oben zwischen rund 1.350 und 1.965 Metern unterwegs, breite Wege, wenig Aufstieg – aber fast immer Höhenmeter bergab. Genau das unterschätzen Einsteiger und Familien. Die sieben Touren unten sind alle ohne Bergerfahrung machbar, dauern zwischen 30 Minuten und gut zwei Stunden reiner Gehzeit und lassen sich so planen, dass die Bergbahn auch für die Abfahrt übernimmt. Alle Zahlen sind gerundete Richtwerte – bitte am Panoramaplan der Schmittenhöhebahn gegenchecken, weil einzelne Wege je nach Almbetrieb, Baustelle oder Schneelage umgelegt werden.
Kurz vorab: Was „leicht“ am Schmitten wirklich bedeutet
„Leicht“ ist in den Alpen eine Aussage über Wegbeschaffenheit, nicht über Anstrengung. Ein Weg gilt als leicht, wenn er breit, gut markiert und nicht absturzgefährdet ist. Er darf trotzdem 500 Höhenmeter bergab führen. Der Schmitten ist dafür ein Musterbeispiel: Vom Gipfel auf 1.965 m geht es zum Zeller See auf 750 m hinunter – das sind über 1.200 Höhenmeter Differenz, verteilt auf mehrere Bahnsektionen.
Die brauchbare Faustregel für die Region: Wer mit Kindern unter acht Jahren unterwegs ist, plant maximal 300 Höhenmeter Abstieg am Stück. Wer Knieprobleme hat, ebenso. Alles darüber ist keine Frage der Kondition, sondern der Gelenke. Mehr Regionsüberblick gibt es im Beitrag Wandern in Zell am See-Kaprun, das Bergporträt selbst steht unter Schmittenhöhe Zell am See.
Die sieben leichten Touren am Schmitten-Plateau
1. Gipfelrunde Schmittenhöhe – der Einstieg für alle
Rund 1,5 km, ca. 40 Höhenmeter auf und ab, 30 bis 45 Minuten reine Gehzeit. Breiter, verdichteter Schotterweg rund um das Gipfelplateau, vorbei an der Elisabethkapelle. Bahn für Auffahrt und Abfahrt. Die einzige Tour hier, die praktisch jeder schafft – auch mit Kinderwagen, sofern man die letzten Stufen zur Kapelle auslässt.
2. Höhenweg Schmittenhöhe – Sonnkogel
Rund 3,5 km, ca. 60 Höhenmeter auf, ca. 180 hinunter, 1 bis 1,5 Stunden. Fester Bergweg mit Wurzeln und Steinen, keine ausgesetzten Stellen. Auffahrt mit der Schmittenhöhebahn, Abfahrt mit der Sonnkogelbahn – so bleibt der große Abstieg der Bahn überlassen. Für den Kinderwagen nicht geeignet, für die Kraxe ideal. Das ist auch die schönste Aussichtsetappe: Der Blick reicht bei klarer Sicht über die Hohen Tauern bis zum Kitzsteinhorn auf 3.029 m.
3. Sonnkogel – Sonnenalm: die Abstiegs-Übung
Rund 2,5 km, ca. 500 Höhenmeter ausschließlich bergab, 1 bis 1,5 Stunden. Auf der Karte als „leicht“ eingezeichnet – in der Praxis die Tour, bei der Kinder zu jammern beginnen und Knie sich melden. Nur machen, wenn die Gruppe Abstiege gewohnt ist. Sonst: Sonnkogelbahn nehmen.
4. Schmittenhöhe – Pinzgauer Hütte und retour
Rund 5 km hin und zurück, ca. 250 Höhenmeter ab und dieselben wieder hinauf, gut 2 Stunden. Almwiesengelände auf rund 1.700 bis 1.900 m. Der Vorteil: Man dreht um, wo man will – die Tour ist beliebig kürzbar. Kraxe ja, Kinderwagen nein.
5. Almenrunde ab Sonnenalm (Mittelstation)
Rund 4 km, ca. 150 Höhenmeter auf und ab, 1,5 Stunden. Breite Almstraßen auf etwa 1.350 m, viel Schatten, mehrere Einkehrmöglichkeiten am Weg. Die familienfreundlichste Variante mit echter Almkulisse. Teilweise kinderwagentauglich – Details dazu in der Übersicht kinderwagengerechte Wege.
6. Areit-Runde ab der Bergstation über Schüttdorf
Rund 3 km, ca. 120 Höhenmeter, rund 1 Stunde. Sanft gewellte Almwege, wenig Gefälle, gute Wahl für den Anreisetag oder den Nachmittag nach dem Baden. Mit geländegängigem Buggy machbar, mit dem Stadtkinderwagen mühsam.
7. Schmittenhöhe – Hochmais – Sonnenalm: die lange Abfahrt zu Fuß
Rund 4,5 km, ca. 600 Höhenmeter bergab, 2 bis 2,5 Stunden. Technisch harmlos, konditionell aber die anspruchsvollste Tour dieser Liste. Nur für Erwachsene mit intakten Knien, feste Schuhe zwingend. Ab der Sonnenalm übernimmt wieder die Bahn.
Der ehrliche Teil: Abstiege sind das eigentliche Problem
Bergauf bremst die Kondition – man wird langsam, macht Pause, gut ist. Bergab passiert das Gegenteil: Man kommt zügig voran, merkt nichts, und zwei Stunden später sind Oberschenkel und Knie hinüber. Bei Kindern kippt die Stimmung meist nach etwa 45 Minuten Dauerabstieg, unabhängig von der Restdistanz.
- Bahn für Auf- und Abfahrt ist keine Schummelei, sondern bei den Touren 1, 2, 5 und 6 die vernünftige Planung.
- Abstieg zu Fuß nur dort, wo er kurz ist – oder dort, wo eine Zwischenstation als Notausstieg dient.
- Zeitrechnung: Kinder brauchen bergab oft länger als bergauf. Auf die reine Gehzeit realistisch 50 Prozent aufschlagen.
- Stöcke helfen mehr als jede andere Ausrüstung – für Erwachsene ab etwa 300 Höhenmetern Abstieg.
Kinderwagen, Kraxe oder eigene Füße?
Kinderwagentauglich sind am Plateau nur die breiten, verdichteten Wege: die Gipfelrunde und Teile der Almenrunde an der Sonnenalm. Alles, was als Steig markiert ist, braucht die Kraxe. Ein Detail, das oft übersehen wird: Auch ein befahrbarer Weg wird bei Nässe zur Rutschpartie, weil Schotter auf Almuntergrund schmierig wird. Wer mit dem Wagen unterwegs ist, plant den Rückweg immer über dieselbe Strecke – Rundwege haben fast immer einen schmalen Abschnitt.
Einkehren und WC unterwegs
Am Gipfel gibt es Gastronomie samt WC-Anlagen, ebenso an den größeren Bergstationen. Auf den Almen dazwischen – etwa Richtung Pinzgauer Hütte oder auf der Almenrunde – gilt das Saisonprinzip: bewirtschaftet ungefähr von Ende Mai bis Mitte Oktober, an die Betriebszeiten der Bahnen gekoppelt, also grob vom Vormittag bis zum späten Nachmittag. Genaue Öffnungszeiten schwanken jährlich und je nach Wetter; sie stehen tagesaktuell auf den Aushängen an den Talstationen.
- WC verlässlich: Gipfelbereich Schmittenhöhe, Bergstationen der Hauptbahnen.
- WC eingeschränkt: bewirtschaftete Almen, nur während des Betriebs.
- Kein WC: alle Wegabschnitte dazwischen – mit Kleinkindern vor dem Start einplanen.
- Bargeld einstecken: Nicht jede Almhütte nimmt Karte.
Bahn-Logistik: Sektionen, letzte Talfahrt, Karten
Der Schmitten wird über mehrere Talstationen rund um Zell am See und Schüttdorf erschlossen. Für die Gipfeltouren (1, 2, 4, 7) fährt man auf die Höhe hinauf, für die Almenrunden (5, 6) reicht die Mittelstation beziehungsweise Areit. Nicht alle Sektionen laufen den ganzen Sommer – im Frühsommer und im Spätherbst ist meist nur eine Hauptachse in Betrieb.
Die harte Zeitgrenze ist immer die letzte Talfahrt. Sie liegt im Sommer typischerweise am späten Nachmittag, und sie gilt pro Sektion – wer die Verbindungsbahn versäumt, steht oben. Plane mindestens eine Stunde Puffer ein. Wer mehrere Bergtage macht, schaut sich die Sommerkarte an; viele Unterkünfte geben zusätzlich eine Gästekarte aus, die Bergbahnleistungen ganz oder teilweise abdeckt. Konditionen ändern sich jede Saison – vor der Buchung beim Vermieter nachfragen.
Ausrüstung und Sicherheit für Einsteiger
Auf rund 2.000 m ist es je nach Wind spürbar kühler als unten am See, und die UV-Belastung ist deutlich höher. Der klassische Fehler: Nachmittagstour im T-Shirt, während sich über den Hohen Tauern die Wärmegewitter aufbauen. Deshalb gilt am Schmitten wie überall im Pinzgau – zeitig starten, am frühen Nachmittag oben fertig sein.
- Schuhe mit Profil und Fersenhalt, keine Sneaker mit glatter Sohle.
- Pro Person mindestens 1 Liter Wasser, bei Hitze mehr.
- Sonnenschutz, Kappe und eine dünne Windjacke – auch bei blauem Himmel im Tal.
- Wetterbericht am Morgen prüfen, nicht am Vorabend.
- Weidevieh: Abstand halten, Hunde an der kurzen Leine, Mutterkühen mit Kälbern großräumig ausweichen. Die Verhaltensregeln stehen ausführlich unter sichere Almen.
Wer beim ersten Mal unsicher ist, geht mit: In der Region gibt es ein regelmäßiges Programm an geführten Wanderungen, oft inklusive Bergfahrt. Und wenn die Beine nach ein paar Tagen mehr wollen, ist der Hohe Tauern Panorama Trail die nächste Stufe – dort ist „leicht“ dann endgültig relativ.
Häufige Fragen
Welche Wanderung auf der Schmittenhöhe ist mit Kinderwagen möglich?
Kinderwagentauglich sind nur die breiten, verdichteten Wege: die Gipfelrunde am Plateau (rund 1,5 km, ca. 40 Höhenmeter) und Teile der Almenrunde an der Mittelstation Sonnenalm. Alles, was auf der Karte als Steig markiert ist, braucht die Kraxe. Bei Nässe wird auch ein befahrbarer Schotterweg rutschig – dann besser umplanen.
Wie viele Höhenmeter schaffen Kinder beim Abstieg realistisch?
Als Faustregel für Kinder unter acht Jahren: maximal rund 300 Höhenmeter Abstieg am Stück. Erfahrungsgemäß kippt die Stimmung nach etwa 45 Minuten Dauerabstieg, unabhängig von der Restdistanz. Länger bergab ist keine Konditionsfrage, sondern eine Frage der Gelenke – dafür ist die Bergbahn da.
Muss ich für leichte Touren am Schmitten die Bahn auch bergab nehmen?
Für die Gipfelrunde, den Höhenweg zum Sonnkogel und die Almenrunden ist die Bahn für Auf- und Abfahrt die vernünftige Planung. Zu Fuß absteigen lohnt nur dort, wo der Abstieg kurz ist oder eine Zwischenstation als Notausstieg dient. Die letzte Talfahrt ist die harte Zeitgrenze und gilt pro Sektion.
Wie lange brauche ich für die Gipfelrunde auf der Schmittenhöhe?
Rund 30 bis 45 Minuten reine Gehzeit für etwa 1,5 Kilometer und ca. 40 Höhenmeter auf und ab. Mit Fotostopps, Jause und Kindern sollte man eher eineinhalb Stunden einrechnen. Gastronomie und WC gibt es direkt am Gipfelbereich.
Wann sind die Hütten und Almen am Schmitten bewirtschaftet?
Als Saisonprinzip: ungefähr von Ende Mai bis Mitte Oktober, wobei die Betriebszeiten an jene der Bergbahnen gekoppelt sind – also grob vom Vormittag bis zum späten Nachmittag. Genaue Öffnungszeiten wechseln jährlich und je nach Wetter; sie stehen tagesaktuell an den Talstationen. Bargeld mitnehmen, nicht jede Hütte nimmt Karte.
Was muss ich für eine leichte Wanderung auf 2.000 Metern mithaben?
Schuhe mit Profil und Fersenhalt, mindestens einen Liter Wasser pro Person, Sonnenschutz und Kappe sowie eine dünne Windjacke – oben ist es spürbar kühler und die UV-Belastung höher als am Zeller See. Wetterbericht am Morgen prüfen: Am Nachmittag bauen sich über den Hohen Tauern gern Wärmegewitter auf.