Das Wichtigste in Kürze
Schüttdorf ist der größte Ortsteil von Zell am See, rund zwei Kilometer südlich der Altstadt: Talstation der Areitbahn vor der Tür, näher an Kaprun, die meisten Betten der Gemeinde. Dafür kein Altstadtbild und abends wenig Lokalauswahl.
Kurz gesagt: Schüttdorf ist der größte Ortsteil von Zell am See und liegt rund zwei Kilometer südlich der Altstadt am Südufer des Sees — auf Wegweisern und in Buchungsportalen oft „Zell am See-Süd“. Hier stehen die meisten Betten der Gemeinde, die Talstation der Areitbahn liegt vor der Tür, und nach Kaprun ist es näher als von der Stadt aus. Der Preis dafür: Schüttdorf ist ein junger Siedlungsteil ohne Altstadtgassen, und wer abends Lokalauswahl will, fährt in die Stadt.
Der Ortsteil, der zum Skigebiet gehört
Schüttdorf ist mit Abstand der einwohnerstärkste Ortsteil von Zell am See — Ende 2011 waren es 5.622 Einwohner, neuere Schätzungen liegen bei etwa 5.400. Das ist mehr als das Fünffache von Thumersbach am gegenüberliegenden Ufer, und es erklärt, warum die Gegend ganz anders wirkt als der Rest der Gemeinde.
Der Grund liegt in der Geschichte, und die ist kürzer, als man vermuten würde. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das Gebiet südwestlich des Zeller Sees weitgehend unbesiedelt. Es entstanden zuerst kleine Hütten, weshalb die Siedlung anfangs „Hütteldorf“ hieß. Den Bewohnern gefiel der Name nicht, und am 22. August 1930 beschloss der Gemeinderat einstimmig die Umbenennung in Schüttdorf. Wer also in Schüttdorf keine Jahrhunderte alte Ortsmitte findet, sucht etwas, das es nie gegeben hat.
Was es stattdessen gibt, ist Lage. Schüttdorf liegt am Südende des Sees, dort wo das Tal sich zur Salzach hin öffnet, und damit auf der Seite, auf der die Berge anfangen. Für einen Urlaub heißt das zwei sehr konkrete Dinge: Sie sind näher an Kaprun und am Kitzsteinhorn als von der Altstadt aus, und Sie haben mit der Areitbahn eine eigene Bergbahn ins Skigebiet Schmittenhöhe direkt im Ortsteil.
Schüttdorf als Basis
Das ist der Punkt, an dem sich Schüttdorf von jedem anderen Ortsteil unterscheidet: Sie wohnen im Skigebiet, nicht daneben. Die Talstation der Areitbahn liegt in Schüttdorf. Wer im Winter kommt und das Skifahren zum Hauptzweck der Reise macht, spart hier jeden Morgen den Weg, den Gäste aus Thumersbach oder von der Promenade mit dem Bus zurücklegen.
Prüfen Sie bei der Buchung trotzdem, wie weit es vom konkreten Haus zur Talstation ist. „In Schüttdorf“ umfasst einen Ortsteil von mehreren Kilometern Ausdehnung, und der Unterschied zwischen fünf Gehminuten und einer Busfahrt entscheidet im Skiurlaub mehr über den Tagesablauf als die Sternekategorie.
In die Stadt sind es rund zwei Kilometer. Das ist mit dem Bus wenige Minuten, mit dem Rad flach und im Sommer entlang des Sees ein angenehmer Fußweg. Es ist aber weit genug, dass Sie es nicht spontan „auf dem Rückweg“ machen: Wer abends in der Altstadt essen will, plant die Rückfahrt.
Was die Sommerkarte hier abdeckt
Die Zell am See-Kaprun Sommerkarte gilt zwischen 15. Mai und 31. Oktober und beginnt mit der ersten Nacht in einem teilnehmenden Betrieb. Für Schüttdorf sind zwei Leistungen unmittelbar relevant:
- Das Strandbad Schüttdorf-Seespitz ist enthalten, ebenso die beiden anderen Strandbäder am See und das Hallenbad. Das Bad liegt in der Seespitzstraße, am Südende des Sees.
- Die Bergbahnen Schmittenhöhe, Kitzsteinhorn (ohne 3K K-onnection und Skilifte) und Maiskogel sind enthalten. Von Schüttdorf aus ist das mehr wert als anderswo, weil die Schmittenhöhe-Auffahrt hier im Ortsteil beginnt.
Nicht enthalten ist die Panoramafahrt auf dem See als Freifahrt — der Tourismusverband weist dafür eine Ermäßigung aus und nennt zusätzlich Sonderkonditionen zwischen 15. Juli und 15. September. Rechnen Sie die Schifffahrt also nicht als kostenlos ein.
Unterkunft
Schüttdorf hat die größte und die vielfältigste Bettenkapazität der Gemeinde: Apartmenthäuser, Ferienwohnungen, Aparthotels und einige klassische Hotels. Genau deshalb finden Sie hier auch in Wochen, in denen die Altstadt ausgebucht ist, noch etwas — und meist zu einem niedrigeren Preis für dieselbe Quadratmeterzahl.
Wenn Sie im Winter mit Ski anreisen, ist die Nähe zur Piste das Auswahlkriterium, nicht die Ausstattung. Für die Ski-in/Ski-out-Frage haben wir die Häuser der Region gesondert verglichen: Skihotels direkt an der Piste. Wer mit Kindern kommt, findet die passenden Häuser unter Kinderhotels in Zell am See-Kaprun.
Zu den Preisen: Ein Pauschalsatz „Schüttdorf ist X Prozent billiger“ wäre erfunden. Der Abstand hängt an Saison, Haustyp und daran, wie nah an der Talstation Sie buchen — eine Wohnung mit Blick auf die Areitbahn kostet nicht weniger als eine an der Promenade. Machen Sie für Ihren Reisezeitraum eine eigene Stichprobe.
Was Sie in Schüttdorf tun
Ehrlich gesagt: Schüttdorf ist kein Ausflugsziel. Es ist ein Ort zum Wohnen, von dem aus Sie sehr gut wegkommen. Das ist keine Kritik, sondern die Beschreibung des Angebots.
- Die Areitbahn bringt Sie im Winter ins Skigebiet und im Sommer auf die Schmittenhöhe zum Wandern — ohne dass Sie vorher in die Stadt müssen.
- Das Strandbad Seespitz am Südende des Sees ist mit der Sommerkarte ohne Aufpreis zugänglich. Eine Übersicht über alle drei finden Sie unter Strandbäder am Zeller See.
- Der Uferweg in die Stadt ist flach, durchgehend befestigt und im Sommer die schönste Verbindung in die Altstadt — mit dem Rad ebenso wie zu Fuß.
- Kaprun ist von hier näher als von der Altstadt. Wer die Gipfelwelt 3000 am Kitzsteinhorn plant, startet aus Schüttdorf mit einem kleinen Vorsprung.
Für wen Schüttdorf passt — und für wen nicht
Zuerst das, was Ihnen die Buchung verderben könnte:
- Sie erwarten österreichisches Ortsbild. Bekommen Sie hier nicht. Schüttdorf ist ab den 1930er-Jahren gewachsen und sieht auch so aus: Wohnbauten, Apartmentanlagen, breite Straßen. Wer Gassen und Erker sucht, wohnt in der Altstadt.
- Sie wollen abends zu Fuß zwischen Lokalen wechseln. Die Dichte dafür gibt es in Schüttdorf nicht. Zwei Kilometer sind kein Weltuntergang, aber sie sind eine Entscheidung.
- Sie kommen im Sommer wegen des Sees und wollen Ruhe. Dann ist Thumersbach am Ostufer die bessere Wahl — deutlich kleiner und leiser.
Und das, wofür es die richtige Wahl ist:
- Skiurlaub. Das ist das stärkste Argument des Ortsteils und braucht keine Relativierung: Die Bahn ins Gebiet steht hier.
- Familien mit Selbstversorgung. Das Angebot an Ferienwohnungen mit Küche ist hier größer als irgendwo sonst in der Gemeinde.
- Wer beides will — See und Kaprun. Schüttdorf liegt genau dazwischen.
- Kurzfristige Buchungen. Wenn in der Stadt nichts mehr frei ist, ist es hier oft noch nicht ausgebucht.
Kurz: Schüttdorf ist der praktische Ortsteil. Er gewinnt keinen Schönheitswettbewerb gegen die Altstadt, aber im Winter wohnen Sie hier richtig. Wie sich der Hauptort dazu verhält, steht in unserem Überblick zu Zell am See.
Häufige Fragen
Wo genau liegt Schüttdorf?
Rund zwei Kilometer südlich der Altstadt von Zell am See, am Südufer des Zeller Sees. In Buchungsportalen und auf Wegweisern finden Sie es oft als "Zell am See-Süd".
Ist Schüttdorf ein eigener Ort?
Nein, es ist ein Ortsteil der Stadt Zell am See – und mit rund 5.400 bis 5.600 Einwohnern deren größter. Alle Gästekarten und Tarife der Stadt gelten dort ebenso.
Lohnt sich Schüttdorf für den Skiurlaub?
Ja, und das ist sein stärkstes Argument: Die Talstation der Areitbahn ins Skigebiet Schmittenhöhe liegt im Ortsteil. Prüfen Sie bei der Buchung aber die konkrete Entfernung des Hauses zur Talstation – Schüttdorf erstreckt sich über mehrere Kilometer.
Wie kommt man von Schüttdorf in die Altstadt?
Rund zwei Kilometer: mit dem Bus wenige Minuten, mit dem Rad flach, im Sommer zu Fuß am See entlang ein angenehmer Weg. Für einen Abend in der Altstadt sollten Sie die Rückfahrt allerdings einplanen.
Warum heißt Schüttdorf so?
Das Gebiet war Anfang des 20. Jahrhunderts kaum besiedelt. Weil dort zuerst kleine Hütten entstanden, hieß die Siedlung anfangs "Hütteldorf". Den Bewohnern gefiel der Name nicht, und am 22. August 1930 beschloss der Gemeinderat einstimmig die Umbenennung in Schüttdorf.

