Wenn Sie einen Winterurlaub in den österreichischen Alpen mit den Kleinen planen, dann ist Zell am See-Kaprun eine der besten Entscheidungen, die Sie treffen können. Das ist eine mutige Behauptung, doch nachdem wir unsere eigenen Kinder drei Winter in Folge hierher mitgenommen haben, meinen wir jedes Wort davon ernst. Die Region ist wirklich für Familien gemacht, und wenn der Schnee fällt und die Berge weiß werden, geschieht etwas Magisches. Hier sind die zehn Aktivitäten, die einen festen Platz im Winterprogramm unserer Familie haben.
1. Anfänger-Skikurse für Kinder – Wo die Liebe zum Skifahren beginnt
Bestes Alter: 3–4 Jahre für die allerersten Schneeerfahrungen, 4–6 Jahre für richtigen Unterricht. Die meisten Skischulen nehmen Kinder ab 3 Jahren im Bereich des Übungshangs auf.
Die Region Zell am See-Kaprun verfügt über mehrere ausgezeichnete Skischulen mit eigenen Kinderprogrammen. Die Skischule Zell am See, die Skischule Schmittenhöhe und die Skischule Kaprun gehören zu den beliebtesten – alle mit deutsch- und englischsprachigen Skilehrern und richtigen Gruppenkursen für Kinder. Der Unterricht findet üblicherweise in zweistündigen Vormittags- und Nachmittagseinheiten statt, und die meisten Schulen bieten einen ganzwöchigen Skikindergarten an, in dem Kinder von 3 bis 6 Jahren etwa von 9 bis 16 Uhr betreut werden – was Eltern, seien wir ehrlich, die seltene Gelegenheit gibt, selbst in Ruhe Ski zu fahren.
Praktischer Tipp: Buchen Sie die Skikursplätze schon vor Ihrer Anreise, besonders über Weihnachten und in den österreichischen Schulferien. Die Kinderplätze sind schnell ausgebucht. Bringen Sie warme Wechselsocken und eine Wechselhose mit – kleine Kinder fallen oft hin und werden rasch nass.
Bestes Einstiegsalter: Die meisten Skilehrer sind sich einig, dass 4–5 Jahre ideal für richtigen Skiunterricht sind. In diesem Alter lernen Kinder schnell, haben noch keine Angst und überholen ihre Eltern auf der Piste meist schon am dritten Tag.
2. Rodeln und Schlittenfahren – Pures, unkompliziertes Glück
Bestes Alter: Für alle Altersgruppen. Kleinkinder lieben es auf dem Schoß der Eltern, Kinder ab etwa 5 Jahren können auf sanften Strecken allein fahren.
Wenn es eine Aktivität gibt, die unabhängig von Alter und Skikönnen für reines Glück sorgt, dann ist es das Rodeln. Die Region hat mehrere hervorragende Rodelbahnen. Die Rodelbahn auf der Schmittenhöhe ist ein Favorit – Sie fahren mit der Gondel hinauf und sausen auf einem geliehenen Schlitten wieder hinunter. Die Rodelbahn in Kaprun beim Maiskogel ist eine weitere großartige Option, eigens für Familien angelegt und weniger steil, als Sie befürchten würden. Leihschlitten gibt es am Start der meisten Bahnen für wenige Euro.
Praktischer Tipp: Ziehen Sie den Kindern wasserdichte Hosen und dicke Handschuhe an – der Schneestaub ist nicht zu unterschätzen. Helme können ausgeliehen werden und sind für Kinder, die allein rodeln, dringend zu empfehlen.
3. Eislaufen auf dem Stadteislaufplatz – Ein Klassiker mit gutem Grund
Bestes Alter: Ab 3 Jahren. Viele Eisbahnen halten Pinguin-Laufhilfen für kleine Anfänger bereit.
Der Eislaufplatz in Zell am See ist zentral gelegen, günstig und verlässlich schön. Wenn der Zeller See zufriert – was in kälteren Wintern geschieht – verwandelt sich der ganze See in eine surreale Freiluft-Eisfläche und wird zu einer dieser Reiseerinnerungen, die ein Leben lang bleiben. Und selbst wenn der See nicht zufriert, ist der städtische Eislaufplatz gut gepflegt und belebt von einem fröhlichen, bunt gemischten Publikum aus Einheimischen und Gästen. Schlittschuhe können vor Ort ausgeliehen werden.
Praktischer Tipp: Kommen Sie am späten Vormittag unter der Woche, wenn Sie mehr Platz möchten. An Wochenenden und nachmittags kann es mit Schulgruppen voll werden. Ziehen Sie sich warm an – Eislaufen klingt warm, solange man in Bewegung ist, aber wartende Eltern frieren sehr schnell.
4. Schneeschuhwandern für Familien – Entschleunigen und die Welt entdecken
Bestes Alter: Ab 5 Jahren für richtige Schneeschuhwanderungen, jüngere Kinder können in der Rückentrage mitgenommen werden.
Schneeschuhwandern ist eine dieser Aktivitäten, die zunächst speziell klingen, sich aber als völlig zugänglich und enorm vergnüglich erweisen. Sie schnallen breite Gestelle an Ihre normalen Winterstiefel und können plötzlich über tiefen Schnee gehen, ohne einzusinken. Der Tourismusverband Zell am See-Kaprun bietet in der Saison geführte Familien-Schneeschuhtouren an, und Leihausrüstung ist in der ganzen Region erhältlich. Das Tempo ist gemütlich, die Landschaft spektakulär, und die Kinder lieben das Gefühl, über den Schnee zu gehen statt hindurchzustapfen.
Praktischer Tipp: Nehmen Sie einen kleinen Rucksack mit heißer Schokolade in der Thermoskanne, einem Snack und Wechselhandschuhen mit. Selbst die besten wasserdichten Handschuhe werden nach einer Stunde im Tiefschnee nass. Geführte Touren sind das zusätzliche Geld wert, wenn Sie das Gelände nicht kennen.
5. Besuch des Kitzsteinhorn-Gletschers – Ganz ohne Ski
Bestes Alter: Ab 5 Jahren. Jüngere Kinder sollten Gondelfahrten gewohnt sein (sie sind geschlossen und ruhig, aber es ist eine lange Auffahrt).
Der Kitzsteinhorn-Gletscher liegt auf über 3.000 Metern und ist von Kaprun aus mit der Gondel erreichbar – ganz ohne Ski anzulegen. Die Ice Arena am Gipfel ist eine Attraktion für sich: eine in den Gletscher selbst gehauene Eishöhle mit Kunstwerken und Ausstellungsstücken im Inneren. Mit den eigenen Kindern auf einem Gletscher zu stehen und in alle Richtungen über die Alpen zu blicken, ist wirklich einer dieser Momente. Selbst Teenager, die sonst kaum zu beeindrucken sind, werden hier still.
Der Gletscher hat außerdem einen Snowpark, in dem Kinder auch im Früh- oder Spätwinter auf Naturschnee spielen können, wenn die tiefer gelegenen Hänge schon aper sind. Das Bergrestaurant am Gipfel serviert ausgezeichnetes Essen mit einer Aussicht, die das Gondelticket allein schon rechtfertigt.
Praktischer Tipp: Auf 3.000 Metern ist es deutlich kälter als im Tal – nehmen Sie eine zusätzliche Schicht mit, auch wenn es unten mild erscheint. Planen Sie für das gesamte Erlebnis mindestens einen halben Tag ein.
6. Pferdeschlittenfahrten – Langsamer, wärmer, unvergesslich
Bestes Alter: Für alle Altersgruppen. Das funktioniert sogar mit Babys.
Ein Pferdeschlitten hat etwas an sich, das die Skepsis der Kinder durchbricht und jeden, ganz gleich welchen Alters, zu einem staunenden Romantiker macht. Im Raum Kaprun lassen sich traditionelle Schlittenfahrten über örtliche Anbieter buchen – darunter Anni Schernthaner, die einen der angesehensten Dienste der Gegend betreibt. Sie kuscheln sich unter dicke Decken, die Pferde atmen Dampfwolken in die kalte Luft, und die einzigen Geräusche sind die Glocken am Geschirr und das Knirschen der Hufe im Schnee.
Praktischer Tipp: Buchen Sie im Voraus, besonders um Weihnachten und Neujahr. Die Fahrten dauern üblicherweise 30–60 Minuten. Ziehen Sie sich an, als würden Sie draußen stillstehen – denn genau das tun Sie.
7. TAUERN SPA – Hallenbad, wenn die Kälte zu kalt wird
Bestes Alter: Für alle Altersgruppen. Das TAUERN SPA hat eigene Kinderbecken und Rutschen.
Das TAUERN SPA in Kaprun ist die große Wasserwelt der Region und ein echter Lebensretter an grauen, stürmischen Tagen, an denen Aktivitäten im Freien weniger verlockend sind. Es gibt Innen- und Außen-Thermalbecken (das Außenbecken mit den schneebedeckten Bergen ringsum ist so schön, wie es klingt), Wasserrutschen, ein Kinderbecken mit flachen Bereichen und einen vollwertigen Spa-Bereich für Erwachsene, die eine Schicht in der Ruhezone übernehmen können. Kinder lieben die Rutschen, Eltern lieben das warme Wasser und die Tatsache, dass jemand anderes die Kinder beschäftigt.
Praktischer Tipp: Bringen Sie Ihre eigene Badekleidung mit – hier gilt keine Nacktbade-Regel wie in manchen Spas, der Bereich ist vollständig familiengerecht. Prüfen Sie die Öffnungszeiten und ob Kinder in bestimmten Bereichen begleitet werden müssen. Wochentags am Vormittag ist es am ruhigsten.
8. Weihnachtsmärkte – Wärme, Lichter und Glühwein
Bestes Alter: Für alle Altersgruppen. Je jünger das Kind, desto magischer wirken die Lichter und Laternen.
Wenn Sie Ende November oder im Dezember anreisen, sind die Weihnachtsmärkte in der Stadt Zell am See wirklich bezaubernd und nicht bloß kommerziell. Der Markt im Stadtzentrum erstreckt sich rund um die alte Kirche und bietet regionale Handwerksstände, traditionelle Speisen und jene warme, bernsteinfarben beleuchtete Atmosphäre, die den Winter wie ein Geschenk statt wie ein Problem erscheinen lässt. Kinder werden von den Laternen, den geschmückten Holzständen und dem Duft gerösteter Kastanien und von Zimt angezogen. Die Erwachsenen zieht es zum Glühwein. Alle sind glücklich.
Praktischer Tipp: Ein Besuch am frühen Abend, wenn die Lichter angehen, bietet die schönste Stimmung. Ziehen Sie sich warm an und nehmen Sie Bargeld mit – viele kleine Marktstände nehmen nur Bargeld.
9. Schneemannbauen und Schneespielplätze – Die einfachsten Dinge
Bestes Alter: Ab 2 Jahren. Ehrlich gesagt: Wenn es schneit, braucht ein Zweijähriger nicht mehr als das.
Nicht jeder Moment eines Familien-Winterurlaubs muss durchorganisiert und mit Ticket versehen sein. Einige der schönsten Erinnerungen unserer Reisen nach Zell am See-Kaprun bestanden aus nicht mehr als einer sicheren, flachen, verschneiten Fläche und Kindern, die mit Schlitten, Schneebällen und dem schlichten Projekt des Schneemannbauens losgelassen wurden. Viele Familienbereiche der Region haben eigene Schneespielzonen nahe den Skischulen, und sogar die Hotelgärten bieten meist guten Zugang zum Schnee. Der Maiskogel in Kaprun eignet sich dafür besonders gut – sanfte Hänge, viel Schnee und nicht weit zum warmen Essen.
Praktischer Tipp: Packen Sie pro Kind und Tag ein zusätzliches Paar Handschuhe ein. Keine Handschuhe bleiben nach ernsthaftem Schneemannbau trocken oder warm. Nasse, kalte Hände sind die häufigste Ursache für vorzeitige Wutanfälle und Zusammenbrüche am Tagesende.
10. Gemütliche Mittagessen auf der Berghütte – Die Belohnung am Gipfel
Bestes Alter: Für alle Altersgruppen. Berghütten sind wirklich familienfreundliche Orte.
Die österreichische Hüttenkultur ist etwas, das man mit Kindern mit großer Freude entdeckt. Die Hütten, die über die Schmittenhöhe und den Maiskogel verstreut sind, servieren echtes, deftiges Essen – Kaiserschmarrn (eine zerrissene, karamellisierte Mehlspeise mit Zwetschkenröster, die Kinder ausnahmslos lieben), Gulasch, Pinzgauer Kasnocken und heiße Schokolade, die in riesigen Tassen kommt. Sie sitzen in einer holzvertäfelten Stube, umgeben von anderen Familien in Skischuhen, die Kinder essen mehr als zu Hause, und für eine Stunde ist die Welt einfach vollkommen.
Praktischer Tipp: Hütten sind zur Mittagszeit (12–14 Uhr) gut besucht. Kommen Sie um 11:30 Uhr oder warten Sie bis 14 Uhr, um nicht für einen Tisch anstehen zu müssen. Viele Hütten sind auch ohne Ski erreichbar – mit der Gondel oder zu Fuß –, sodass nicht skifahrende Eltern nicht ausgeschlossen sind.
Was Sie für Kinder im Winter einpacken sollten – Eine praktische Checkliste
Das ist die Frage, die jedes Elternteil um Mitternacht vor dem Abflug googelt. Hier ist, was wir auf die harte Tour gelernt haben:
- Zwei Paar Skihandschuhe pro Kind – eines ist immer nass
- Thermo-Unterwäsche (Merinowolle ist die Kosten wert für Kinder, die schnell frieren)
- Wasserdichte Schneehose und Jacke – ausleihen oder mieten, wenn ein Kauf für eine einzige Reise zu viel erscheint
- Halstuch / Sturmhaube – Mützen fallen ständig herunter, eine Sturmhaube löst das Problem
- Sonnencreme mit LSF 50 – die Schneereflexion verursacht selbst an bedeckten Tagen ernsthaften Sonnenbrand
- Lippenpflege – die Bergluft ist sehr trocken
- Ein kleiner Rucksack pro Kind ab 5 Jahren – den Kindern eine eigene Tasche zu geben, weckt Stolz und vermindert das Quengeln
- Wasserdichte Beutel für nasse Ausrüstung – nasse Handschuhe nach Hause zu bringen, ohne alles andere zu durchnässen, will geplant sein
Kleine Kinder warm halten – Ein paar hart erkämpfte Tipps
Kleine Kinder verlieren Wärme viel schneller als Erwachsene und bemerken es oft erst, wenn sie schon tief durchgefroren und unglücklich sind. Der Schlüssel liegt im Zwiebelprinzip: eine Thermo-Basisschicht, eine Fleece-Zwischenschicht und eine wirklich wasserdichte Außenschicht. Hände und Füße sind die Stellen, an denen die Kälte beginnt – investieren Sie in gute Socken (Skisocken, keine Fußballsocken) und richtige wasserdichte Stiefel statt modischer Schneeboots. Skiverleihe in der Region verleihen Kinder-Skischuhe auch für den allgemeinen Schneegebrauch, wenn Sie keine eigenen mitnehmen möchten.
Achten Sie auf die Warnzeichen: Verstummen, Aufhören zu spielen oder plötzliche Tränen ohne erkennbaren Grund bedeuten oft, dass ein Kind friert. Ein warmes Getränk und fünf Minuten im Warmen setzen meist alles wieder zurück.
Bereit, Ihren Familien-Winterurlaub zu planen?
Zell am See-Kaprun belohnt Familien, die gut vorbereitet anreisen und bereit sind, die Aktivitäten abwechslungsreich zu gestalten. Nicht jeder Tag muss am Berg verbracht werden – die Kombination aus Abenteuer im Freien, warmen Möglichkeiten im Inneren und der schieren Schönheit der Umgebung macht dies zu einem der besten Familien-Winterziele der Alpen.
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