Für den Gipfel des Großglockners braucht man Hochtourenerfahrung, Seil und Führung. Die weite Fernsicht gibt es aber auch ohne Steigeisen – auf der Edelweißspitze (2.571 m), dem höchsten mit dem Auto erreichbaren Punkt der Großglockner Hochalpenstraße. Und genau hier fällt der Satz, für den dieser Aussichtspunkt berühmt ist: bei klarer Sicht reicht der Blick über sieben Länder.
Welche sieben Länder gemeint sind
Eine amtliche Liste gibt es nicht – die Zahl stammt aus der Tourismusliteratur und meint das Panorama in seiner ganzen Weite, nicht sieben klar abgrenzbare Staatsgebiete. Genannt werden üblicherweise:
- Österreich – rundum: Hohe Tauern, Glocknergruppe, im Osten das Tote Gebirge und die Kalkalpen.
- Italien – Süden: Ortler, der Rand der Dolomiten, an sehr klaren Tagen die Po-Ebene.
- Slowenien – Südosten: Triglav und die Julischen Alpen.
- Schweiz – Westen: der Grenzraum um Piz Bernina und Engadin.
- Deutschland – Norden: das bayerische Vorland, Richtung Böhmerwald und Regensburg.
- Liechtenstein – Westen: hinter dem Rätikon, im Dunst der Bernina-Achse.
- Kroatien – Südosten: der Karst hinter den Julischen Alpen.
Realistisch ist: Österreich, Italien und Slowenien liegen an klaren Tagen sicher im Blickfeld – Ortler und Triglav sind in der alpinistischen Literatur namentlich als Fernziele des Glockner-Panoramas benannt. Die übrigen liegen im Grenzbereich des physikalisch Möglichen und brauchen eine ausgesprochen klare, kalte Luftmasse. Wer die sieben Länder als Versprechen liest, wird enttäuscht; wer sie als Maßstab für die Weite dieses Panoramas nimmt, liegt richtig.
Wo die Edelweißspitze liegt
Die Edelweißspitze liegt im Salzburger Teil der Hochalpenstraße, oberhalb des Fuscher Törls – rund 20 Kilometer hinter der Mautstelle Ferleiten und damit auf halbem Weg zwischen Zell am See und der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe.
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Anfahrt und Parken
Von der Hochalpenstraße zweigt kurz nach dem Fuscher Törl eine gepflasterte Stichstraße ab, die in wenigen Kehren zum Parkplatz führt. Sie ist kurz, aber steil und schmal – für Wohnmobile und Anhänger nicht geeignet. Vom Parkplatz sind es nur wenige Minuten zu Fuß hinauf zum Aussichtsturm, wo sich ein 360-Grad-Rundblick über mehr als 30 Dreitausender und mehrere Gletscher öffnet. An schönen Tagen ist der Parkplatz früh voll; wer nach 10 Uhr kommt, wartet meist auf einen Platz.
Tipps für die beste Sicht
- Früh unterwegs sein: Am Morgen ist die Luft klarer, am Nachmittag bauen sich im Sommer häufig Quellwolken über den Hohen Tauern auf.
- Nach einer Kaltfront: Die weitesten Sichtweiten gibt es meist an den ersten Tagen nach einem Wetterumschwung – genau dann haben die Fernziele überhaupt eine Chance.
- Warm anziehen: Auf 2.571 m ist es auch im Hochsommer deutlich kühler und windiger als im Tal – 10 bis 15 Grad Unterschied zu Zell am See sind normal.
- Zeit einplanen: Die Edelweißspitze ist kein Kurzstopp. Für Auffahrt, Turm und Fotos sollte man mindestens eine Stunde rechnen.
Ob vom Gipfel oder vom Turm auf der Edelweißspitze: Kaum ein Ort in den Ostalpen gibt so viel Alpenraum auf einen Blick frei. Wie die gesamte Panoramafahrt abläuft – Maut, Öffnungszeiten, Saison und die weiteren Aussichtspunkte – steht im Überblick zur Großglockner Hochalpenstraße ab Zell am See.






