Ausflugsziele

Großglockner Hochalpenstraße – Panoramafahrt ab Zell am See

Kehren der Großglockner Hochalpenstraße vor Bergpanorama
Foto: © Großglockner Hochalpenstraße

Das Wichtigste in Kürze

Die Großglockner Hochalpenstraße ist ab Zell am See in rund 25 Minuten erreichbar und führt auf 48 Kilometern und 36 Kehren bis auf 2.504 Meter. Planen Sie einen ganzen Tag ein, starten Sie früh – und achten Sie auf die abendliche Schließzeit der Mautstellen.

Teil unseres großen Guides: Zell am See–Kaprun: Der komplette Reiseführer

Die Großglockner Hochalpenstraße ist eine der spektakulärsten Panoramastraßen der Alpen – und von Zell am See-Kaprun aus in rund 25 Minuten erreichbar. Auf 48 Kilometern und durch 36 Kehren schraubt sie sich hinauf in die Welt der Dreitausender, vorbei an Gletschern, Almen und Aussichtspunkten, die den Atem rauben. Eine Fahrt hier oben ist kein bloßer Transfer, sondern ein Ausflugsziel für sich – und einer der wenigen Ausflüge in der Region, bei dem die Planung über Gelingen oder Enttäuschung entscheidet.

Das Wichtigste vorweg

  • Anfahrt: ab Zell am See rund 25 Minuten bis zur Mautstelle Ferleiten bei Fusch.
  • Länge: 48 Kilometer, 36 Kehren, Scheitelpunkt am Hochtor auf 2.504 Metern.
  • Zeitbedarf: mindestens einen halben Tag, realistisch sechs bis acht Stunden mit Stopps.
  • Maut: Tagesticket pro Fahrzeug, an der Mautstelle oder vorab online.
  • Saison: je nach Schneelage etwa Mai bis Anfang November, im Winter gesperrt.
  • Nachts geschlossen: die Schranken sperren am Abend – Rückfahrt rechtzeitig planen.

Die Panoramastraße in Zahlen

Von Fusch an der Glocknerstraße im Salzburger Land bis nach Heiligenblut in Kärnten überwindet die Mautstraße auf 48 Kilometern rund 1.700 Höhenmeter. 36 Kehren führen bis zum Hochtor auf 2.504 Metern – jede Kurve gibt einen neuen Blick frei. Wer mag, fährt mit dem Auto, dem Motorrad oder sportlich mit dem Rennrad hinauf.

Die reine Fahrzeit von der Mautstelle bis Heiligenblut beträgt etwa eineinhalb Stunden. Das ist allerdings ein theoretischer Wert: Wer die Aussichtspunkte, die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe und einen Spaziergang mitnimmt, ist einen ganzen Tag unterwegs.

Die schönsten Aussichtspunkte

Die Edelweißspitze ist mit rund 2.571 Metern der höchste mit dem Fahrzeug erreichbare Punkt der Straße und belohnt mit einem 360-Grad-Rundblick auf mehr als 30 Dreitausender. Die Stichstraße hinauf ist gepflastert, eng und steil – für Wohnwagen und Anhänger ist sie gesperrt, und mit einem großen Wohnmobil wird die Auffahrt zur Geduldsprobe.

Am Ende der zweiten Stichstraße wartet die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe mit dem wohl berühmtesten Bergpanorama Österreichs. Sie ist der eigentliche Höhepunkt der Fahrt – und der Punkt, an dem die meisten Besucher die meiste Zeit verbringen. Planen Sie hier allein zwei Stunden ein.

Dazwischen liegen zahlreiche kleinere Parkplätze und Aussichtskanzeln, etwa am Fuscher Törl und am Hochtor. Halten Sie ruhig öfter an: Die Landschaft ändert sich alle paar Kehren vollständig.

Großglockner und Pasterze

Von der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe blickt man direkt auf den Großglockner, mit 3.798 Metern höchster Berg Österreichs, und auf die Pasterze, den größten Gletscher des Landes. Das Zusammenspiel aus Eis, Fels und Tiefe macht diesen Ort zu einem der eindrucksvollsten Naturschauspiele der Alpen.

Die Pasterze zieht sich seit Jahrzehnten sichtbar zurück. Markierungen am Weg zeigen, wo das Eis in früheren Jahren noch lag – eine der eindrücklichsten und zugleich ernüchterndsten Erfahrungen des ganzen Ausflugs. Wer hinunter zum Gletscher möchte, sollte den Rückweg nicht unterschätzen: Es geht steil bergauf zurück, und die Höhe macht sich bemerkbar.

Tierwelt und Natur

Die Straße durchquert vier Vegetationszonen – von blühenden Almwiesen bis ins karge Hochgebirge. Mit etwas Glück zeigen sich Murmeltiere, Steinböcke und Gämsen, hoch am Himmel ziehen Steinadler und Bartgeier ihre Kreise. Der Nationalpark Hohe Tauern ist hier allgegenwärtig.

Die besten Chancen auf Murmeltiere haben Sie rund um die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe und entlang des Gamsgrubenwegs, am ehesten am frühen Morgen und am späten Nachmittag. Ein Fernglas lohnt sich mehr als jedes Teleobjektiv.

Erlebnisstationen und Wege

Entlang der Strecke laden Ausstellungen, Info-Punkte und Themenwege zum Verweilen ein. Der Gamsgrubenweg mit seinen Tunneln führt nahe an die Gletscherwelt heran, und sportliche Radfahrer messen sich beim legendären Bergrennen »Glocknerkönig«.

Die Wege sind überwiegend gut ausgebaut, aber hochalpin: fester Schuh statt Sandale, und bei Nässe ist Vorsicht geboten. Für Kinderwagen eignet sich der erste Abschnitt des Gamsgrubenwegs, danach wird es ruppig.

Maut, Öffnungszeiten und die Sache mit der Schranke

Die Straße ist mautpflichtig. Das Ticket gilt für den ganzen Tag, Sie können also beliebig oft anhalten, umkehren und weiterfahren. Tarife unterscheiden sich nach Fahrzeugtyp – Motorräder zahlen weniger als Autos – und es gibt vergünstigte Karten für mehrfache Fahrten sowie ein Abendticket. Die aktuellen Preise und Betriebszeiten prüfen Sie am besten direkt beim Betreiber, bevor Sie losfahren; sie ändern sich saisonal.

Der wichtigste Punkt, den viele übersehen: Die Hochalpenstraße ist nachts gesperrt. Die Mautstellen schließen am Abend, und die Zeiten verschieben sich im Lauf der Saison nach vorne. Wer die letzte Auffahrt verpasst, kommt nicht mehr hinauf – und wer zu spät zurückfährt, steht vor einer geschlossenen Schranke. Notieren Sie sich die Schließzeit, bevor Sie oben die Wanderschuhe schnüren.

Wann fahren? Tageszeit und Saison

Tageszeit: Früh starten. Am Vormittag ist die Fernsicht am klarsten, die Parkplätze sind leer, und die Tiere sind aktiv. Ab etwa elf Uhr füllt sich die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe spürbar, und im Sommer schieben sich ab dem frühen Nachmittag Quellwolken vor den Großglockner.

Saison: Im Mai und Juni stehen noch meterhohe Schneewände an den Rändern – fotogen, aber es kann empfindlich kalt sein. Juli und August bieten die zuverlässigsten Bedingungen und die meisten Besucher. Der September ist der Geheimtipp: klare Luft, wenig Verkehr, goldene Almen. Ab Oktober kann jederzeit Neuschnee die Straße kurzfristig sperren.

Mit dem Motorrad, dem Rennrad oder dem Wohnmobil

Motorrad: Die Straße ist ein Klassiker. Rechnen Sie an schönen Wochenenden mit viel Verkehr und fahren Sie defensiv – die Kehren sind eng, und Wohnmobile brauchen ihren Platz.

Rennrad: Eine ernsthafte Bergfahrt mit anhaltend zweistelligen Steigungsprozenten in den Kehren. Nehmen Sie eine Windjacke mit: Die Abfahrt aus 2.500 Metern ist selbst im Hochsommer bitterkalt.

Wohnmobil und Gespann: Die Hauptstraße ist gut befahrbar, die Stichstraße zur Edelweißspitze für Anhänger jedoch gesperrt und für große Wohnmobile ungeeignet. Kalkulieren Sie mehr Zeit und deutlich höheren Verbrauch ein.

Mit Kindern

36 Kehren sind für empfindliche Mägen eine Herausforderung. Setzen Sie Kinder möglichst weit vorne und mit Blick nach draußen, planen Sie Stopps ein, und halten Sie eine Tüte bereit. Die Belohnung: Murmeltiere, Schneefelder mitten im Sommer und der Gletscherblick – das trägt den Tag.

Weitere familientaugliche Ausflüge finden Sie in unserer Familien-Reiseroute.

Die häufigsten Fehler

  • Zu wenig Zeit. »Wir fahren kurz hoch« endet regelmäßig in Hetze. Nehmen Sie den ganzen Tag.
  • Die Schließzeit übersehen. Der teuerste Fehler auf dieser Straße.
  • Bei Wolken trotzdem fahren. Ohne Sicht bleibt eine teure Passfahrt im Nebel.
  • Zu dünn angezogen. Auf 2.500 Metern ist es rund 15 Grad kälter als in Zell am See.
  • Tank halb leer. Auf der Strecke selbst gibt es keine Tankstelle – vorher volltanken.

Gut kombinierbar mit

Die Hochalpenstraße füllt einen Tag allein. Wer mehrere Panoramaziele vergleichen möchte: Die Gipfelwelt 3000 am Kitzsteinhorn bringt Sie ohne eigenes Auto auf über 3.000 Meter, die Hochgebirgsstauseen in Kaprun bieten Hochgebirge mit deutlich kürzerer Anfahrt, und die Schmittenhöhe ist der Panoramaberg direkt über Zell am See.

Weitere Ausflugsideen für Ihren Aufenthalt finden Sie in unserem Sommer-Reiseführer für Zell am See und im kompletten Reiseführer für Zell am See-Kaprun.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Fahrt über die Großglockner Hochalpenstraße?

Die reine Fahrzeit von der Mautstelle bis Heiligenblut beträgt etwa eineinhalb Stunden. Mit Aussichtspunkten, der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe und einem Spaziergang sollten Sie sechs bis acht Stunden einplanen – realistisch also einen ganzen Tag.

Wann ist die Großglockner Hochalpenstraße geöffnet?

Je nach Schneelage etwa von Anfang Mai bis Anfang November; im Winter ist sie gesperrt. Wichtig: Die Straße ist auch nachts geschlossen. Die Mautstellen sperren am Abend, und die Zeiten verschieben sich im Lauf der Saison – prüfen Sie die aktuelle Schließzeit vor der Fahrt.

Was kostet die Maut auf der Großglockner Hochalpenstraße?

Es gibt ein Tagesticket pro Fahrzeug, das beliebig viele Fahrten an diesem Tag erlaubt. Motorräder zahlen weniger als Autos, außerdem gibt es Mehrfachkarten und ein Abendticket. Die Tarife ändern sich saisonal – prüfen Sie die aktuellen Preise direkt beim Betreiber.

Wie weit ist die Großglockner Hochalpenstraße von Zell am See entfernt?

Von Zell am See sind es rund 25 Minuten bis zur Mautstelle Ferleiten bei Fusch. Damit ist die Panoramastraße eines der am schnellsten erreichbaren Hochgebirgsziele der Region.

Ist die Straße für Wohnmobile und Wohnwagen befahrbar?

Die Hauptstraße ist mit dem Wohnmobil gut befahrbar. Die gepflasterte Stichstraße hinauf zur Edelweißspitze ist für Anhänger und Wohnwagen jedoch gesperrt und für große Wohnmobile ungeeignet. Planen Sie mehr Zeit und höheren Verbrauch ein.

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