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Mooserboden oder Kitzsteinhorn? Welcher Ausflug ab Kaprun für wen

Staumauer und türkiser Speichersee der Hochgebirgsstauseen Kaprun
Foto: © VERBUND

Das Wichtigste in Kürze

Zwei Ausflüge ab Kaprun, zwei verschiedene Tage. Der Mooserboden ist Wasser und Technik auf 2.040 m: Staumauer zum Begehen, Führung im Berg, Rundwanderung – günstiger, aber mit einer Anreisekette von rund 45 Minuten pro Richtung und einer harten letzten Bergfahrt um 15:30 Uhr. Das Kitzsteinhorn ist Gletscher und Höhe: mit der Seilbahn in gut einer halben Stunde auf 3.029 m, teurer, dafür schneller und bei Schönwetter spektakulärer. Beide an einem Tag geht sich nicht aus.

Mooserboden und Kitzsteinhorn im direkten Vergleich
MooserbodenKitzsteinhorn
Höhe des Ziels2.040 m3.029 m (Gipfelwelt 3000)
CharakterStausee, Staumauer, IngenieurbauGletscher, Höhe, Aussichtsplattformen
AuffahrtBus, Schrägaufzug, Anschlussbus – rund 45 Min. pro RichtungSeilbahn – gut eine halbe Stunde
Erwachsene, Berg- und Talfahrt€ 39,50€ 48,00
Zeitbedarfhalber bis ganzer Tag, harte letzte Bergfahrt 15:30halber Tag, flexibler
Bei schlechtem Wetterrobuster – Führung und Ausstellung sind im Bergschwächer – die Terrassen bleiben grau
Mit Kindern 5–12die Auffahrt ist das Abenteuereindrucksvoll, aber weniger zu tun

Teil unseres großen Guides: Mooserboden & Hochgebirgsstauseen Kaprun: der Stausee auf 2.040 m

Beide Ausflüge starten in Kaprun, beide kosten einen halben bis ganzen Tag, und beide führen weit über die Baumgrenze. Trotzdem sind es zwei völlig verschiedene Tage. Wer nur einen davon hat, sollte wissen, welchen.

Der Unterschied in drei Zeilen

Der Mooserboden ist Wasser und Technik auf 2.040 Metern: zwei Speicherseen, eine 107 Meter hohe Staumauer, in die man hineingehen kann, und eine Anreisekette aus Bus, Schrägaufzug und Anschlussbus, die selbst schon Teil des Erlebnisses ist.

Das Kitzsteinhorn ist Gletscher und Höhe: mit der Seilbahn bis zum Alpincenter auf 2.450 Metern und weiter zur Gipfelwelt 3000 auf 3.029 Metern, wo auch im Hochsommer Schnee liegt und der Blick bis zum Großglockner reicht.

Kurz: Der Mooserboden erzählt eine Geschichte, das Kitzsteinhorn liefert eine Aussicht.

Wasser und Technik gegen Gletscher und Höhe

Am Mooserboden ist das Ziel begehbar. Man geht über die Staumauerkrone, sieht das türkise Wasser auf der einen und den Abgrund auf der anderen Seite, kann sich durch das Innere der Mauer führen lassen und danach eine Runde um den See wandern – zwei bis drei Stunden, überwiegend leicht. Es ist ein Ort, an dem man etwas tut.

Am Kitzsteinhorn ist das Ziel eine Plattform. Die Gipfelwelt 3000 bietet Aussichtsterrassen, den Nationalpark-Gallery-Stollen und den höchsten Aussichtspunkt Salzburgs, den man ohne Bergerfahrung erreicht. Gewandert wird hier oben kaum – dafür steht man auf 3.029 Metern, und das fühlt sich anders an als 2.040.

Für Kinder gilt oft die umgekehrte Logik zur Erwartung der Eltern: Der Mooserboden mit seinen vier Umstiegen, dem offenen Schrägaufzug und dem Wasser gewinnt bei kleineren Kindern regelmäßig gegen den Gletscher, weil unterwegs ständig etwas passiert.

Zeitbudget und Anfahrt – ehrlich gerechnet

Zum Kitzsteinhorn fahren Sie mit dem eigenen Auto bis zum Talstation-Parkplatz und steigen dort in die Seilbahn. Ab dem Parkplatz sind Sie in gut einer halben Stunde oben.

Zum Mooserboden fahren Sie mit dem Auto nur bis zum Kesselfall Alpenhaus. Danach übernimmt die Kette: Shuttlebus, Lärchwand-Schrägaufzug, Anschlussbus – zusammen rund 45 Minuten pro Richtung, in der Hochsaison plus Wartezeit an den Umstiegen. Hin und zurück sind das anderthalb Stunden reine Transportzeit, bevor Sie oben irgendetwas gesehen haben.

Der zweite, wichtigere Unterschied ist der Rückweg. Beim Mooserboden liegt die letzte Bergfahrt deutlich vor der letzten Talfahrt: Wer zu spät am Kesselfall ankommt, kommt gar nicht mehr hinauf. Und wer oben die letzte Talfahrt verpasst, steht auf 2.040 Metern ohne Weg ins Tal. Diese Zeiten planen Sie rückwärts, nicht vorwärts. Details dazu in unserem Beitrag zur Anfahrt zu den Hochgebirgsstauseen.

Was der Tag kostet

Die Auffahrt zum Mooserboden ist die günstigere der beiden – die Staumauerführung wird allerdings separat bezahlt und ist nicht im Ticket enthalten.

Das Kitzsteinhorn liegt darüber, dafür brauchen Sie dort kein Zusatzticket für das eigentliche Erlebnis.

Der häufigste Fehler von Erstbesuchern

Beide an einem Tag. Auf der Landkarte liegen Kesselfall und die Kitzsteinhorn-Talstation nur ein paar Kilometer auseinander, und daraus entsteht regelmäßig der Plan, vormittags den Gletscher und nachmittags die Stauseen zu machen. Das geht sich nicht aus: Allein die beiden Auffahrtsketten summieren sich auf gut drei Stunden, und die letzte Bergfahrt zum Mooserboden ist längst vorbei, bevor Sie vom Kitzsteinhorn zurück im Tal sind.

Der zweithäufigste Fehler ist die Kleidung. 2.040 beziehungsweise 3.029 Meter heißen in beiden Fällen: Windjacke, Pullover, feste Schuhe. Wer im T-Shirt aus dem Auto steigt, friert oben garantiert – am Kitzsteinhorn auch im August, wenn im Tal 30 Grad sind.

Klare Empfehlung je nach Zielgruppe

  • Erster Besuch, ein Tag, schönes Wetter: Kitzsteinhorn. 3.029 Meter und ein Gletscher sind die Bilder, für die man in die Hohen Tauern fährt.
  • Mit Kindern zwischen etwa 5 und 12: Mooserboden. Die Auffahrt ist ein Abenteuer, oben gibt es Wege, Wasser und eine Ausstellung statt einer Aussichtsplattform.
  • Technik- und Ingenieursinteresse: Mooserboden, ohne Zögern – und dann mit Staumauerführung.
  • Wenig Zeit, spontan: Kitzsteinhorn. Kürzere Auffahrt, keine Kette aus vier Etappen, kein hartes Zeitlimit für die letzte Bergfahrt.
  • Sehr kleine Kinder oder eingeschränkte Mobilität: Kitzsteinhorn. Die Umstiege am Mooserboden und die windige Staumauerkrone sind anstrengender, als sie aussehen.

Wenn Sie beide sehen wollen

Dann an zwei Tagen, und legen Sie den Mooserboden auf den Tag mit der besseren Vorhersage. Grund: Am Kitzsteinhorn steht man notfalls über der Wolkendecke und hat trotzdem seine Aussicht; am Mooserboden steht man in der Wolke und sieht vom türkisen Wasser nichts.

Eine gute Reihenfolge ist Kitzsteinhorn zuerst, Mooserboden danach: Der Gletschertag ist der wetterabhängigere Fixpunkt, und der Stauseetag lässt sich leichter um einen Tag verschieben.

Und wenn das Wetter kippt?

Bei tief hängenden Wolken und Regen ist der Mooserboden die robustere Wahl, sofern die Anlage überhaupt in Betrieb ist: Die Staumauerführung findet im Berg statt, die Ausstellung ebenfalls, und beides funktioniert ohne Fernsicht. Am Kitzsteinhorn bleibt bei geschlossener Wolkendecke die Nationalpark Gallery – aber die Terrassen, für die man hochfährt, sind dann grau.

Bei Gewitter, Sturm oder Wartungsarbeiten kann beides kurzfristig gesperrt werden. Prüfen Sie den Betriebsstatus am Morgen direkt beim Betreiber, bevor Sie losfahren – und wenn beides ausfällt, gibt es Ideen für Regentage in Zell am See-Kaprun.

Häufige Fragen

Mooserboden oder Kitzsteinhorn – was lohnt sich mehr?

Beim ersten Besuch mit nur einem Tag und guter Vorhersage: das Kitzsteinhorn, wegen der 3.029 Meter und des Gletschers. Mit Kindern zwischen etwa 5 und 12, bei Technikinteresse oder bei unsicherem Wetter: der Mooserboden, weil Staumauerführung und Ausstellung im Berg stattfinden und auch ohne Fernsicht funktionieren.

Kann man Mooserboden und Kitzsteinhorn an einem Tag machen?

Nein. Die beiden Auffahrtsketten summieren sich auf gut drei Stunden, und die letzte Bergfahrt zum Mooserboden um 15:30 Uhr ist vorbei, bevor Sie vom Kitzsteinhorn zurück im Tal sind. Planen Sie zwei Tage und legen Sie den Mooserboden auf den Tag mit der besseren Vorhersage.

Welcher der beiden Ausflüge ist günstiger?

Die Auffahrt zum Mooserboden. Sie kostet für Erwachsene € 39,50 für Berg- und Talfahrt, das Kitzsteinhorn € 48,00. Am Mooserboden kommt allerdings die Staumauerführung mit € 12,00 dazu, wenn Sie sie mitmachen wollen – am Kitzsteinhorn ist das eigentliche Erlebnis im Ticket enthalten.

Welcher Ausflug ist besser mit Kindern?

Bei Kindern zwischen etwa 5 und 12 gewinnt der Mooserboden meist: Die Auffahrt mit Bus, offenem Schrägaufzug und Anschlussbus ist selbst schon das Abenteuer, und oben gibt es Wege, Wasser und eine Ausstellung statt einer Aussichtsplattform. Mit sehr kleinen Kindern ist das Kitzsteinhorn einfacher – weniger Umstiege, kürzere Auffahrt.

Was macht man, wenn das Wetter schlecht ist?

Dann ist der Mooserboden die robustere Wahl, sofern die Anlage in Betrieb ist: Staumauerführung und Ausstellung sind im Berg. Am Kitzsteinhorn steht man bei geschlossener Wolkendecke auf grauen Terrassen; nur die Nationalpark Gallery funktioniert dann noch.

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