Das Wichtigste in Kürze
Das Niedrigwasser 2026 ist an den großen Flüssen historisch: Kaub am Rhein 17 Zentimeter am 10. August, Magdeburg an der Elbe 37 Zentimeter am 12. August, Kienstock an der Donau vorübergehend 102 Zentimeter. Ursache ist der trockenste Zeitraum seit 1882. Der Zeller See stand am 5. August bei 190 Zentimetern, gegenüber 207 als Jahreshöchstwert, und damit vergleichsweise stabil, während der Wolfgangsee mit 45 Zentimetern den niedrigsten Pegel seit 30 Jahren erreichte. Für Urlaub in Zell am See-Kaprun ändert das Niedrigwasser praktisch nichts, für Fluss- und Rheinkreuzfahrten sehr viel.
Kurz gesagt: Das Niedrigwasser im Sommer 2026 ist an den großen Flüssen historisch. Der Rhein bei Kaub fiel am 10. August auf 17 Zentimeter und damit einen Zentimeter unter den bisherigen Tiefstwert seit Beginn der Messungen, die Elbe in Magdeburg am 12. August auf 37 Zentimeter, die Donau bei Kienstock in der Wachau vorübergehend auf 102 Zentimeter. Für einen Urlaub in Zell am See-Kaprun ändert das dagegen fast nichts: Der Zeller See stand Anfang August bei 190 Zentimetern und damit rund 17 Zentimeter unter seinem eigenen Jahreshöchstwert — während der Wolfgangsee auf den niedrigsten Pegel seit 30 Jahren gefallen ist. Dieser Beitrag ordnet die Zahlen ein, Fluss für Fluss und See für See. Stand: 14. August 2026.
Wie es zu diesem Niedrigwasser kam
Das Niedrigwasser 2026 ist kein plötzliches Ereignis, sondern das Ergebnis von acht Monaten ohne ausreichenden Niederschlag. Der Deutsche Wetterdienst hat den Zeitraum von November 2025 bis Juli 2026 als den trockensten seit 1882 eingeordnet — in der gesamten Messreihe war es erst zweimal so trocken. Von der Pfalz und Rheinhessen bis nach Unterfranken fielen zwischen März und Juli weniger als 150 Liter pro Quadratmeter, im Süden Deutschlands damit nur etwa die Hälfte des Mittels der Jahre 1991 bis 2020.
Die Folgen reichen tiefer als bis zur Flussoberfläche. Die Böden im Süden Deutschlands waren in diesem Sommer trockener als in den beiden Dürrejahren 2018 und 2022, und in den obersten 60 Zentimetern lag die Bodenfeuchte seit Ende Mai bundesweit im Bereich schwerer Dürrejahre. Bis zum 2. August zählte der DWD rund 22 Tage mit Waldbrandgefahr der Stufe 4 oder höher, im langjährigen Mittel sind es zehn. Wenn der Boden so ausgetrocknet ist, versickert selbst kräftiger Regen sofort, statt in die Flüsse abzulaufen — genau deshalb bringen einzelne Gewitter beim Niedrigwasser praktisch keine Entspannung.
In Österreich sieht die Vorgeschichte fast identisch aus. Die ersten sieben Monate 2026 waren so niederschlagsarm wie noch nie seit Beginn des 20. Jahrhunderts, das Defizit liegt bei etwa 30 Prozent, und die Trockenphase läuft seit Dezember 2025. Dazu kam die Hitze: Über Mitteleuropa baute sich am 20. und 21. Juni eine Hitzeglocke auf, die Station Salzburg-Freisaal meldete am 31. Juli 37,9 Grad, Zell am See am selben Tag 34,4 Grad. Hydrologe Günter Blöschl von der TU Wien spricht von einer besonders trockenen Periode, weist aber darauf hin, dass Österreich im internationalen Vergleich weiterhin wasserreich ist.
Niedrigwasser in Deutschland: Rhein und Elbe auf Rekordtiefstand
Der Rhein ist der Fluss, an dem das Niedrigwasser volkswirtschaftlich am meisten wehtut. Am Pegel Kaub am Mittelrhein, der maßgeblichen Referenzstelle für die Binnenschifffahrt, wurden am 10. August 17 Zentimeter gemessen. Am 3. August waren es noch 24 Zentimeter, zwischenzeitlich meldete das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein 19 Zentimeter. Der Wert vom 10. August lag einen Zentimeter unter dem bisherigen Rekordtief vom 22. Oktober 2018 — und er fiel rund zweieinhalb Monate früher im Jahr. Bei Düsseldorf zeigte der Pegel am 4. August 22 Zentimeter.
Ein Punkt, der in Schlagzeilen regelmäßig untergeht: Der Pegelstand ist nicht die Wassertiefe. Ein Pegel misst gegen einen festgelegten Nullpunkt, das Fahrwasser ist erheblich tiefer als die gemeldeten 17 Zentimeter. Trotzdem ist die Wirkung dramatisch, weil jeder fehlende Zentimeter Tiefgang direkt Ladung kostet. Frachtschiffe müssen derzeit bis zu 75 Prozent weniger transportieren als normal, und das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein bestätigt, dass der Großteil der Schiffe den Mittelrhein nicht mehr passieren kann. Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt warnt, dass gewerblicher Gütertransport in diesem Abschnitt nicht mehr möglich ist.
Der Rhein ist die zentrale Transportachse für die Chemie-, Stahl- und Mineralölindustrie. Was dort nicht fährt, muss auf Lkw und Schiene, die beide bereits an ihren Grenzen arbeiten. Volkswirte erwarten deshalb, dass Benzin und Diesel regional knapper und teurer werden, weil auch Tankschiffe betroffen sind. Insgesamt melden 47 Prozent der Rhein-Messstellen und 48 Prozent der Weser-Messstellen extremes Niedrigwasser.
An der Elbe ist die Lage in absoluten Zahlen noch enger. Am Pegel an der Magdeburger Strombrücke standen am 12. August um 6 Uhr nur 37 Zentimeter — ein historischer Tiefstand, der den erst zwei Tage alten Rekord von 40 Zentimetern unterbot. Am Pegel Parey waren es 47 Zentimeter. Die Fähre Rogätz nimmt seither nur noch Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen mit. In Dresden führte die Elbe 56 Zentimeter, rund einen Meter unter dem langjährigen Mittel, und das Landeshochwasserzentrum erwartete einen weiteren Rückgang auf 51 Zentimeter. Die Weiße Flotte beschränkte sich auf Stadtrundfahrten und Sonderfahrten, die Linien in die Sächsische Schweiz und Richtung Meißen fielen aus.
Niedrigwasser in Österreich: Donau, Salzach und die Seen
In Österreich trifft das Niedrigwasser vor allem die Donau. Der Pegel Kienstock in der Wachau sank vorübergehend auf einen neuen historischen Tiefstwert von 102 Zentimetern, besonders betroffen sind zusätzlich die Abschnitte bei Aggstein und Dürnstein sowie die Donau östlich von Wien. 64 Prozent der Donau-Messstellen melden extremes Niedrigwasser. Für die Flusskreuzfahrt heißt das Stillstand: Mehrere Schiffe liefen auf Grund, der Veranstalter nicko cruises stornierte 13 Donau-Kreuzfahrten. In der Lobau bei Wien ist das Schönauer Wasser vollständig trockengefallen, bei Fischamend ein Donau-Nebenarm komplett ausgetrocknet.
Auch der Bodensee steht auffällig tief. Am 5. August meldete er 291 Zentimeter — der niedrigste Wert, der für einen 5. August seit 1864 verzeichnet wurde.
Im Bundesland Salzburg ist die Salzach der sichtbarste Fall. Das Ausflugsboot „Amadeus“ in der Landeshauptstadt musste sein Angebot wegen des niedrigen Wasserstands stark einschränken; der Pegel ist so tief wie in den 25 Jahren seit der Anschaffung des Boots nicht. Harald Huemer, Leiter des Hydrographischen Dienstes des Landes Salzburg, ordnet die Pegel als für die Jahreszeit ungewöhnlich niedrig ein — rund 90 Prozent der Messstellen verzeichnen sehr niedrige Abflüsse.
Am deutlichsten zeigt sich das Niedrigwasser an den Voralpenseen im Salzburger Flachgau. Die Werte vom 5. August, jeweils im Vergleich zum Höchstwert desselben Jahres:
- Wolfgangsee (St. Gilgen): 45 cm, Jahreshöchstwert 123 cm — der niedrigste Pegel seit 30 Jahren, die Ausflugsschifffahrt ist beeinträchtigt
- Fuschlsee: 64 cm, Jahreshöchstwert 143 cm
- Grabensee: 98 cm, Jahreshöchstwert 150 cm
- Wallersee: 102 cm, Jahreshöchstwert 200 cm
- Mattsee: 104 cm, Jahreshöchstwert 163 cm
- Obertrumer See: 107 cm, Jahreshöchstwert 170 cm
- Zeller See: 190 cm, Jahreshöchstwert 207 cm
Das Niedrigwasser schlägt außerdem auf die Stromerzeugung durch. Der Verbund liegt mit der Wasserkraft rund 30 Prozent unter dem langjährigen Mittel, die Salzburg AG meldet eine Erzeugung aus heimischer Wasserkraft von etwa 25 Prozent unter Plan — bei Versorgungssicherheit und Endkundenpreisen gibt sie allerdings Entwarnung. Ökologisch stehen kaltwasserliebende Arten wie die Bachforelle in kleinen Bächen unter erheblichem Druck, weil wenig Wasser sich schnell aufheizt.
Der Zeller See: 190 Zentimeter und vergleichsweise stabil
Wer die Liste oben von unten liest, sieht den entscheidenden Unterschied. Der Zeller See hat gegenüber seinem Jahreshöchstwert rund 17 Zentimeter verloren, der Wolfgangsee dagegen 78. In einem Sommer, in dem das Niedrigwasser fast überall Rekorde bricht, steht der Zeller See damit auffällig gut da. Der Hydrographische Dienst nennt für den Sommer einen normalen Bereich um 200 Zentimeter — 190 Zentimeter liegen also unter dem Üblichen, aber nicht in einer Größenordnung, die man am Ufer als Krise erkennt.
Dafür gibt es zwei Gründe. Der erste ist die Lage. Der Zeller See liegt auf 750 Metern mitten im Gebirge, ist bis zu 69,8 Meter tief und wird von Schmittenbach und Thumersbach sowie dem umliegenden Bergwasser gespeist; abfließen kann er über den Seekanal in die Salzach. Ein hoch gelegenes, kleines Einzugsgebiet bekommt im Alpensommer mehr Niederschlag als das Vorland, und ein 70 Meter tiefer See reagiert träger als ein flacher Voralpensee.
Der zweite Grund ist konkreter: Im Pinzgau hat es tatsächlich geregnet. Am 5. und 6. August zogen schwere Gewitter über Pinzgau und Pongau, mit 30 bis 40 Feuerwehreinsätzen, einem Dammbruch in Uttendorf, Überflutungen in Stuhlfelden und einer Hubschrauber-Evakuierung im Kötschachtal. Das Bergland hatte also mitten in einer Rekorddürre ein Starkregenereignis — eine gute Illustration dafür, dass Trockenheit und Überflutung im selben Sommer und in derselben Woche stattfinden können.
Entwarnung ist das trotzdem keine. Wenn rund 90 Prozent der Salzburger Messstellen sehr niedrige Abflüsse zeigen, betrifft das auch die Bäche im Pinzgau. Der Unterschied ist, dass sich das Niedrigwasser hier in den Zuflüssen und im Grundwasser zeigt und nicht im Seespiegel.
Was das Niedrigwasser für Ihren Urlaub bedeutet
Für die Region Zell am See-Kaprun lautet die kurze Antwort: wenig. Der Seespiegel gibt keinen Anlass, Einschränkungen wie am Wolfgangsee zu erwarten, wo die Ausflugsschifffahrt beeinträchtigt ist. Wenn Sie eine Rundfahrt mit der Schifffahrt am Zeller See geplant haben, prüfen Sie die aktuellen Abfahrten vor Ort oder online — das gilt in jedem Sommer, nicht nur in diesem. Auch Fischen am Zeller See, Elektroboote und Tretboote sind vom Wasserstand nicht betroffen; beim Baden ist in einem Hitzesommer eher die Wassertemperatur das Thema als der Pegel.
Am Berg ändert das Niedrigwasser ohnehin nichts. Bergbahnen, die Gletscherwelt am Kitzsteinhorn und die Hochgebirgsstauseen in Kaprun laufen im Normalbetrieb — bei den Stauseen ist der Wasserstand ein Speicherbewirtschaftungsthema und kein Dürreindikator. Der übliche Sommerhinweis bleibt wichtiger als jede Pegelmeldung: am Vormittag auf den Berg, weil sich im Tagesverlauf Gewitter aufbauen. Und für nasse Nachmittage haben wir ein eigenes Schlechtwetter-Programm.
Zwei Dinge sollten Sie dagegen prüfen. Erstens: Wenn Sie eine Donau- oder Rheinkreuzfahrt gebucht haben, fragen Sie beim Veranstalter nach — Stornierungen und Umbuchungen auf Busabschnitte sind in diesem August der Normalfall, nicht die Ausnahme. Zweitens: Wer über Deutschland mit dem Auto anreist, sollte einkalkulieren, dass Diesel und Benzin regional teurer sein können, weil die Versorgung per Tankschiff eingeschränkt ist.
Wo Sie die aktuellen Pegel selbst nachsehen
Beim Niedrigwasser ändern sich die Zahlen täglich, deshalb lohnt der Blick in die Primärquellen statt in Schlagzeilen von letzter Woche:
- Zeller See und Salzach: der Hydrographische Dienst des Landes Salzburg mit HYDRIS Online unter salzburg.gv.at; die Stadtgemeinde Zell am See veröffentlicht die Pegelstände zusätzlich auf ihrer eigenen Seite
- Rhein, Elbe und die übrigen Bundeswasserstraßen: die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung mit PEGELONLINE und ELWIS
- Elbe in Sachsen: das Landeshochwasserzentrum Sachsen mit den Wasserständen im Elbestrom
- Donau in Österreich: die Länder-Hydrographie sowie viadonau für die Schifffahrtsmeldungen
Einordnung: ein Niedrigwasser-Sommer mit zwei Gesichtern
Der Sommer 2026 zeigt das Niedrigwasser in Deutschland und Österreich in seiner ganzen Ungleichheit. An den großen Flüssen des Flachlands sind Rekorde gefallen, die vorher jahrzehntelang gehalten haben, und die wirtschaftlichen Folgen sind real: weniger Ladung, teurerer Sprit, abgesagte Kreuzfahrten, deutlich weniger Strom aus Wasserkraft. In den Voralpen fallen die Seen auf Werte, die sich seit einer Generation niemand ansehen musste. Im Hochgebirge dagegen — und der Zeller See gehört dazu — bleibt der sichtbare Wasserstand nahe am Üblichen, während sich die Trockenheit in Bächen und Grundwasser abspielt.
Der Deutsche Wetterdienst rechnete Anfang August damit, dass die Trockenheit bis in den September anhält und sich die Auswirkungen verstärken. Für die Region heißt das: Das Niedrigwasser ist ein Thema, das Sie auf der Anreise und bei Ausflügen an große Flüsse betrifft — nicht am Seeufer in Zell am See. Wir aktualisieren diese Meldung, wenn sich die Lage merklich ändert. Den Überblick über die Saison finden Sie im Sommer-Reiseführer für Zell am See.
Bücher zum Klimawandel: zum Weiterlesen
Ein Pegelstand erklärt, was gerade passiert, aber nicht warum. Wer die längere Linie hinter dem Niedrigwasser verstehen will, findet sie in Buchform besser als in Schlagzeilen. Sechs deutschsprachige Titel, die wir für dieses Thema empfehlen — die ersten beiden mit direktem Bezug zu den Alpen und zu Österreich:
Die Alpen im Fieber von Andreas Jäger nimmt sich die 2-Grad-Grenze genau für den Raum vor, um den es in diesem Beitrag geht. Gletscher von Gernot Patzelt, dem Innsbrucker Gletscherforscher, stellt historische Gletschergemälde neben heutige Fotografien derselben Orte — die anschaulichste Darstellung des Themas, die wir kennen, und aktueller denn je: Laut Gletscherbericht des Alpenvereins zogen sich die 79 vermessenen österreichischen Gletscher im Haushaltsjahr 2024/25 im Mittel um 20,3 Meter zurück.
Wer nur ein Buch lesen will, nimmt Der Klimawandel von Stefan Rahmstorf und Hans Joachim Schellnhuber: knapp 150 Seiten in der Reihe C.H.Beck Wissen, geschrieben von zwei der führenden Klimaforscher des deutschsprachigen Raums, für unter zehn Euro. Deutschland 2050 von Nick Reimer und Toralf Staud arbeitet durch, was sich konkret ändert, Wasserhaushalt inklusive. Zwischen Erde und Himmel von Peter Frankopan erzählt die sehr lange Geschichte von Klima und Gesellschaft, und Energierevolution JETZT! von Volker und Cornelia Quaschning ist der Titel für die Frage, was aus der Krise herausführt.
Die Alpen im Fieber
Die 2-Grad-Grenze für das Klima unserer Zukunft
Andreas JägerGletscher
Klimazeugen von der Eiszeit bis zur Gegenwart
Gernot PatzeltDer Klimawandel
Diagnose, Prognose, Therapie
Stefan Rahmstorf, Hans Joachim SchellnhuberDeutschland 2050
Wie der Klimawandel unser Leben verändern wird
Nick Reimer, Toralf StaudZwischen Erde und Himmel
Klima. Eine Menschheitsgeschichte
Peter FrankopanEnergierevolution JETZT!
Was führt uns aus der Klimakrise – und was nicht?
Volker und Cornelia QuaschningTransparenz-Hinweis: Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen. Dieser Abschnitt enthält Werbelinks zu Amazon — kaufen Sie darüber, erhalten wir eine kleine Provision, für Sie ändert sich der Preis dadurch nicht.
Häufige Fragen
Wie schlimm ist das Niedrigwasser 2026 in Deutschland?
An den großen Flüssen historisch. Der Pegel Kaub am Mittelrhein fiel am 10. August 2026 auf 17 Zentimeter und damit einen Zentimeter unter den bisherigen Rekord vom 22. Oktober 2018, die Elbe an der Magdeburger Strombrücke am 12. August auf 37 Zentimeter. Frachtschiffe müssen bis zu 75 Prozent weniger laden, und der Großteil der Schiffe kann den Mittelrhein laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt nicht mehr passieren. Ursache ist der trockenste Zeitraum seit 1882, gerechnet von November 2025 bis Juli 2026.
Wie ist die Niedrigwasser-Lage in Österreich?
Die ersten sieben Monate 2026 waren so niederschlagsarm wie noch nie seit Beginn des 20. Jahrhunderts, das Defizit liegt bei rund 30 Prozent. Der Donau-Pegel Kienstock in der Wachau sank vorübergehend auf einen historischen Tiefstwert von 102 Zentimetern, 64 Prozent der Donau-Messstellen melden extremes Niedrigwasser, und nicko cruises stornierte 13 Donau-Kreuzfahrten. Der Bodensee lag am 5. August mit 291 Zentimetern so tief wie an keinem 5. August seit 1864.
Wie viel Wasser hat der Zeller See aktuell?
Am 5. August 2026 standen 190 Zentimeter, gegenüber einem Jahreshöchstwert von 207 Zentimetern. Der Hydrographische Dienst des Landes Salzburg nennt für den Sommer einen normalen Bereich um 200 Zentimeter. Der Zeller See liegt damit unter dem Üblichen, aber deutlich besser als die Voralpenseen: Der Wolfgangsee kam am selben Tag auf 45 Zentimeter statt 123 und damit auf den niedrigsten Pegel seit 30 Jahren.
Kann man bei Niedrigwasser am Zeller See baden und Boot fahren?
Ja. Der Wasserstand gibt keinen Anlass, Einschränkungen wie am Wolfgangsee zu erwarten, wo die Ausflugsschifffahrt beeinträchtigt ist. Baden, Elektroboote, Tretboote und Fischen sind vom Pegel nicht betroffen; in einem Hitzesommer ist eher die Wassertemperatur ein Thema. Die aktuellen Abfahrten der Schifffahrt prüfen Sie wie in jedem Sommer am besten kurz vorher.
Warum ist der Zeller See weniger vom Niedrigwasser betroffen als der Wolfgangsee?
Er liegt auf 750 Metern mitten im Gebirge, ist bis zu 69,8 Meter tief und hat ein kleines, hoch gelegenes Einzugsgebiet, das im Alpensommer mehr Niederschlag abbekommt als das Vorland. Ein 70 Meter tiefer See reagiert zudem träger als ein flacher Voralpensee. Dazu kam echter Regen: Am 5. und 6. August zogen schwere Gewitter über Pinzgau und Pongau, mit einem Dammbruch in Uttendorf und 30 bis 40 Feuerwehreinsätzen.
Wo finde ich aktuelle Pegelstände?
Für den Zeller See und die Salzach beim Hydrographischen Dienst des Landes Salzburg über HYDRIS Online, zusätzlich veröffentlicht die Stadtgemeinde Zell am See die Pegelstände. Für Rhein, Elbe und die übrigen Bundeswasserstraßen sind PEGELONLINE und ELWIS der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung maßgeblich, für die Elbe in Sachsen das Landeshochwasserzentrum. Beim Niedrigwasser ändern sich die Werte täglich, ältere Meldungen sind schnell überholt.
